PC-Direktverbindung ganz einfach

Eigenschaften des InterLnk-Laufwerkes Jeder, der schon einmal versucht hat eine PC-Direktverbindung mittels Parallelkabel zwischen zwei Windows 95/98 - PC's herzustellen weiß sicher, daß dieses Vorhaben schnell zum Alptraum werden kann. Das DFÜ-Netzwerk will installiert werden, man muß sich mit der Konfiguration eines Netzwerkclients und Protokollbindungen herumschlagen. Der reinste Overkill, wenn man nur schnell einige Dateien austauschen will ohne Diskjockey spielen zu müssen.

Deshalb sind die vom guten alten DOS 6.22 her bekannten Tools InterSvr und InterLnk eigentlich völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten, bieten sie doch eine wesentlich einfachere Möglichkeit der PC-Direktverbindung. Übrigens braucht man jetzt nicht die alten DOS-Disketten wieder herauskramen, die beiden benötigten Programme intersvr.exe und interlnk.exe befinden sich bei einer Update-Version von Windows 95 auf der CD im Verzeichnis \OTHER\OLDMSDOS. Besitzer von OEM- oder Diskettenversionen von Windows 95 oder Windows 98 können sich die Tools im Paket mit einigen anderen "alten" DOS-Utilities als selbstentpackendes Archiv vom Microsoft-Server herunterladen. Am Besten kopieren Sie die Programme in das Verzeichnis \WINDOWS\COMMAND.

Das Prinzip ist etwas anders als das der PC-Direktverbindung: Ein Rechner fungiert als Server, der andere als Client. Der Server stellt dann ein bis mehrere seiner Laufwerke dem Client über normale Laufwerksbuchstaben zur Verfügung. Auch Druckerports des Servers können vom Client genutzt werden.

Folgende Schritte sind notwendig:

  • Genau wie bei der PC-Direktverbindung benötigen Sie ein spezielles Parallelport-Kabel ("LapLink-Kabel", ca. 20 Mark im Fachhandel), einfache Druckerkabel funktionieren nicht. Verbinden Sie die Druckerports der Rechner damit.

  • Auf dem Rechner, der als Server agieren soll, muß nun intersvr.exe gestartet werden. Vor dem erstmaligen Aufruf des Programmes muß in einer DOS-Box einmal der Befehl
    SETVER INTERSVR.EXE 6.22
    
    ausgeführt und der Rechner neu gestartet werden. InterSvr läuft nur im MS-DOS-Modus, der Rechner wird ggf. in den MS-DOS-Modus heruntergefahren. Über Parameter können Sie angeben, auf welche Laufwerke des Servers der Client zugreifen soll.
    INTERSVR.EXE D:
    
    stellt z.B. das Laufwerk D: des Servers für den Clientzugriff bereit. Wundern Sie sich nicht, wenn InterSvr bei FAT32-Laufwerken eine falsche Größe anzeigt, das ist normal.

  • Um nun vom anderen Rechner (Client) auf den Server zugreifen zu können, müssen Sie interlnk.exe in dessen CONFIG.SYS einbinden. Verwenden Sie dazu am Besten den Befehl
    DEVICE=C:\WINDOWS\COMMAND\INTERLNK.EXE /AUTO /NOPRINTER
    
    Der Parameter /AUTO bewirkt, daß der Treiber nur geladen wird, wenn eine Verbindung hergestellt werden kann. So kann der Aufruf des Treibers problemlos in der CONFIG.SYS verbleiben, auch wenn die Direktverbindung nicht benötigt wird.

  • Starten Sie den Client-Rechner nun neu. Wenn alles geklappt hat, steht das Serverlaufwerk nun im Arbeitsplatz als "Wechseldatenträger" unter einem neuen Laufwerksbuchstaben bereit. Windows betreibt dieses Laufwerk zwar im Kompatibilitätsmodus, das ist aber bei der geringen Geschwindigkeit über den Parallelport nicht relevant. Sie können das Laufwerk nun ganz normal inklusive langer Dateinamen etc. verwenden.

    Achtung: auf FAT32-Laufwerke des Servers können Sie mit dem Client nur zugreifen, solange Windows läuft. Im MS-DOS-Modus ist das Laufwerk nicht ansprechbar.

Interessant ist, daß hier keine Netzwerkverbindung, sondern direkter Zugriff auf das Serverlaufwerk besteht. Norton Disk Doctor und Norton Speed Disk lassen sich z.B. problemlos auf das Serverlaufwerk ansetzen (ScanDisk und Defrag leider nicht). Man kann sozusagen eine "Remote-Reparatur" der Server-Laufwerke durchführen. Hintergrund: InterLnk ist kein "Network-Redirector" sondern ein sogenanntes "Block Device" und erlaubt somit den direkten Datenträgerzugriff.

Detaillierte Hilfe zu den Programmen erhalten Sie über das Programm help.com im Verzeichnis \OTHER\OLDMSDOS einer jeden Windows-CD. Wählen Sie hier INTERLNK.EXE bzw. INTERSVR.EXE als Hilfethema.

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